Der erste Monat

Kigali, 09.09.2018
Soooo, jetzt aber. Ich bin in Kigali angekommen und habe endlich die Zeit gefunden, meinen zweiten Blogbeitrag zu schreiben. Am 09.08. um 0:05 bin ich mit meinen drei neuen Mitbewohnern, Amelie, Pauline und Jakob gelandet. Das ist jetzt schon EINEN MONAT her. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich habe bisher wenig Zeit gefunden, um beispielsweise diesen Blogbeitrag zu schreiben. Jakob und ich werden gemeinsam bei ESPERANCE arbeiten, Amelie und Pauline im Kooperationsbüro Jumalage Rheinland- Pfalz. Wir wurden vom Flughafen abgeholt, von Franz dem derzeitigen Chef der Jumelage und zu unserem Übergangsquartier gebracht, wo wir uns vor Erschöpfung ins Bett fallen gelassen haben.
Am nächsten Morgen wurden wir von der Vorfreiwilligen unserer Einsatzstelle, Hanna, abgeholt und haben gemeinsam gefrühstückt. Es gab Chapati, herzhafte kleine Pfannkuchen, die man mit Omelette oder Avocado belegen kann. Außerdem Mandazi, in Fett gebackene Teigbällchen, die am besten mit Marmelade oder süßen Schokocremes schmecken. Ein Kandidat für eine zukünftige Lieblingsspeise sind Sambosas, mit Gemüse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen die, wie so viel Anderes hier, frittiert werden. Am besten ist allerdings, ist das große Angebot an Obst und Gemüse. Maracujas, Avocados, Papayas, Ananas, Mangos, Baumtomaten, Melonen und vielem mehr. Für eine Avocado bezahlt man maximal 100 Rwanda Francs, das sind ca. 10 Cent, und für eine Ananas ca. 300 Rwanda Francs. Trotzdem sind diese Preise natürlich nicht vergleichbar, da die Früchte ersten nicht weit transportiert werden müssen, und zweitens ansonsten für große Teile der Ruander nicht bezahlbar wären.

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Die Nächsten Woche waren wir viel draußen. Uns wurde die Stadt gezeigt, die Märkte, die Supermärkte, die Einkaufszentren und wo man am besten Sambosas kauft, die sich nach jetzt drei Wochen als neues Lieblingsessen etabliert haben. Man kommt durch die Stadt mit Bussen oder „Motomotos“, kleinen Motorradtaxen die einen für einen verhandelbaren Preis durch die Stadt fahren. Da konnte man direkt seine holprigen Kinyarwanda- Kenntnisse testen. Am meisten hat uns der Kimironko Markt beeindruckt, ein riesiges überdachtes Marktzentrum, wo man wirklich alles kaufen kann. Hauptsächlich gibt es Stoffe, Obst und Haushaltsgegenstände. Außerdem haben wir unsere Einsatzstellen kennen gelernt, für mich und meinen Projektpartner Jakob war das die G.S. Kimisagara, eine Grund- und weiterführende Schule und das ESPERANCE Center. Verbunden damit war das Treffen unseres Mentors Dominique, einem überaus verständnisvollem Ruander, der ab jetzt für uns zuständig ist. Domy, wie wir ihn nennen, war schon oft in Deutschland und betreut außerdem Freiwillige anderer Entsendeorganisationen. Ich könnte mir keinen Besseren vorstellen. Die Freiwilligen der anderen Organisation haben wir dann über ein Wochenende in Ngarama besucht, einem kleinen District im Nordosten des Landes. Die Busfahrt durch die Hügel war ein Traum. Ruanda ist echt ein wunderschönes Land. Überschattet wurde das von der feierlichen Begrüßung auf dem Dorf, mit Tanzeinlagen und einem leckeren Essen.

Wir wurden vielen Menschen, zukünftigen Kollegen, Freunden und Schülern vorgestellt, von denen wir 90% der Namen nach 3 Sekunden wieder vergessen hatten. Uns wurden Räume gezeigt, Regeln erklärt und wir wurden generell in unsere Arbeit eingeführt. Denn mein Jahrgang von Freiwilligen bei ESPERANCE wird in Zukunft mehr Arbeit in Bezug auf die Jugendliga erwarten, die dieses Jahr erweitert werden soll. Deswegen Trainieren wir „nur“ noch die Mädchenmannschaft, nicht mehr die U15 oder U17 und klemmen uns mehr hinter die Aufgabe Sponsoren, Partner oder Kontakte zu Mannschaften und Trainern aufzubauen. Bei ESPERANCE gibt es mehrere Gruppen, die nachmittags Fußball spielen, wo wir uns direkt angeschlossen haben und jetzt mehrmals die Woche mitkicken. Außerdem einen Debattierclub auf English an dem wir in Zukunft teilnehmen werden. Unsere letzte Aufgabe wird die Leitung eines Deutschkurses sein, für zukünftige Freiwillige aus Ruanda die nach Deutschland gehen.
Die restliche Freizeit wurde mit Wandertouren auf den Mount Kigali, einer Fahrradtour durch Kigali, von Besuchen bei traditionellen Tanz- und Trommelabenden, oder dem Einrichten der Wohnung verbracht. Wir haben uns um unseren Kater Ingo gekümmert und auch schon einen Blick in Kigalis Nachtleben geworfen. Es wurde gekocht, oder gegenüber unserer Wohnung in einer Bar oder einem kleinen Restaurant gegessen. Dort gibt es eine „Mixed-Plate“: ein Teller mit Kochbanane, Kartoffeln, Pommes, Bohnen, Kohl, Erbsen, Reis und einem Stück Fleisch mit Sauce für 1000 RwF.
Als vor zwei Wochen der Schulalltag angefangen hat konnten Jakob und ich noch nicht als Sportlehrer arbeiten, da wir ersten noch ein Seminar hatten, zur Arbeit in Ruanda und den Strukturen und der Kultur des Landes, sowie kulturelle Regeln und Bräuche. Teil davon war der Besuch des Genocide Memorials, ein sehr einprägender Besuch, bei dem wir viel der Geschichte und der aktuellen Politik des Landes verstanden haben. Allerdings auch, weil wir keinen Stundenplan bekommen haben. Der kam erst am Dienstag worauf wir prompt mit dem Unterricht begonnen haben.

Der Unterricht läuft gut in Betrachtung der Umstände. Eine Klasse hat durchschnittlich 60 Schüler von denen ca. 20 gut genug Englisch sprechen, um uns zu verstehen. Aber auch das ist kein Problem, denn unser Assistent Jimmy, ein ESPERANCE Freiwilliger aus Ruanda hilft uns beim Übersetzen. Außerdem gestaltet es sich schwierig, in 40 Minuten Unterrichtszeit einen halbwegs vernünftigen Unterricht zu geben, aber schon nach wenigen Tagen kam ein Rhythmus rein, der das ganze einfacher gestaltet. Jetzt läuft der Unterricht gut, und auch die ersten Trainings für die Mädchen wurden gegeben. Dazu kommt, dass der Boss von ESPERANCE und einer der Trainer Kontakt aufgenommen haben zu den Trainern der Jugendliga, also auch da werden erste Schritte eingeleitet.

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Alles in Allem ein guter, solider Start. Ich werde versuchen so oft wie möglich zu berichten, gerade wenn große Veränderungen stattfinden, wie der Start der Jugendliga. Schaut euch auch die Facebookseiten und Webseiten von ESPERANCE und der Jugendliga an, mit regelmäßigen, neuen Posts. Bis dahin Tuzabonana, auf Wiedersehen.  Bis bald, Freddy

PS: Unser Kater Ingo hat kürzlich drei Kinder bekommen und jetzt kümmern wir uns um drei kleine Katzenbabys, Updates Folgen!

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Ein Kommentar zu „Der erste Monat

  1. Hallo lieber Freddy,
    endlich lesen wir einen Kommentar von Dir. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, daß Deine Großeltern vor Neugier platzen. Du weißt: Frauen neugierig; Männer wißbegierig. 🙂 Bei deinen Erlebnissen dort können wir nur neidisch werden, wenn wir an unsere eigene Jugend denken! Alles ok. Aber eines mußt du uns noch verraten: Wieso bekommen in Ruanda die K a t e r die Katzenkinder ? Liegt das an der Höhenlage von ca. 1000 m. Pass‘ also auf, daß du nicht schwanger wirst! 😀
    Liebe Grüße von Haus zu Haus
    Oma Heidrun und Opa Klaus

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